Amsterdam – Ein Reisebericht mit Erfahrungen

Geschrieben von am 27. April 2011 um 10:04 Uhr 0 Kommentare

Lange war der Trip nach Amsterdam angedacht und da über Ostern schönes Wetter angesagt war, haben wir den Trip in die Stadt mit der angeblich besten Lebensqualität gewagt. Knapp 8 Stunden Zugfahrt hinterliesen ihre Spuren und so kamen wir am Ostersonntag in Amsterdam an. Mein eigentlicher Plan mit dem Nachtzug zu fahren (was IMHO zu empfehlen ist), hat sich leider aus preislichen Gründen und wegen Überfüllung nicht erfüllt. Nun wen man den Bahnhof verlässt, erkennt man sofort neben der momentanen Baustelle, dass Amsterdam multikulturell ist, wobei der überwiegende Teil der Menschen vermutlich aus Afrika kommt.

Also hieß es dann, ein 48 Stunden Ticket organisieren um mit der METRO nach Amsterdam Amstel zu unserem Hotel zu kommen, dabei ist ziemlich interessant, dass man sich in Amsterdam immer einchecken und auschecken muss, beim betreten eines Bahnhofs, was wiederum Schwarzfahrern keine Chance gibt.

Das Hotel lag in der Vorstadt von Amsterdam, 3 Sterne, so ansich ganz ordentlich, mal abgesehen von der Tatsache, dass es direkt neben einer Polizei-Station lag und ich bei 2 nächtlichen Einsätzen sowas von erschrocken bin.

Amsterdam ist umweltfreundlich

Am nächsten Tag hieß es: Amsterdam erkunden! Schnell fällt auf, dass Amsterdam sehr umweltfreundlich ausgerichtet ist, die Metro fährt mit Ökostrom, die Schiffe in den Grachten fahren überwiegend mit Gasantrieb. An jeder Ecke findet man auch sonst beim genauen hinsehen Hinweise, dass man die Umwelt durch gewisse Handlungen schonen soll.

Eine Fahrt durch die Grachten ist sehr lohnenswert, wir hatten ein Hopp-on Hop-off Ticket für ein Schiff (Canal Bus) und konnten so die verschiedenen Linien durch alle Ecken von Amsterdam nutzen. Erstes Ziel war das Van Gogh Museum, jedoch nur zum ansehen von außen, die Menschen-Menge davor war doch schon beeindruckend. Gut hat es derjenige, der eine Amsterdam-Card oder einen Holland-Pass hat, denn da muss man sich angeblich nicht anstellen.

In den Kanälen geht es recht idyllisch zu, vom Touristen-Boot bis zum kleinen Boot mit Außenborder, man bekommt immer was zu sehen, am Abend auch tanzende Menschen auf dem Boot. Sorry für die schlechte Videoqualität und altmodisches 4:3, der B-Berry 9780 ist eben keine Videokamera. ;-)

Viel Taschengeld mitnehmen!

Schnell hatte ich jedoch persönlich nach einigen Stunden den Eindruck, dass irgendwie jede Gracht und damit verbunden jede Straße im Zentrum ziemlich gleich aussieht. Das Schema ist immer gleich, Straße, Gracht und einige Brücken, mal mehr mal weniger schön. Was man aber klar sagen muss, dass generell alle Häuser in den Niederlanden viel besser und schöner aussehen, als in der BRD, zumindest nach meinem Geschmack.

Am Abend ist das Straßenbild von Amsterdam geprägt durch Menschen aller Kulturen, die entspannt vor dem eigenen Haus oder im Freisitz sitzen und vorwiegen Wein trinken, was durchaus ein interessanten Flair versprüht. Nur eins ist mir klar geworden, wer nach Amsterdam fährt, der sollte viel Taschengeld mitnehmen. Eine kleine Dose Eistee kostet stolze 2,30 EUR, eine kleine Pizza-Ecke 3.25 EUR. Das Frühstück ist bei Übernachtungen im Hotel zu 99% nie inklusive und kostet zwischen 15 – 39 EUR pro Tag extra. In den Randgebieten nimmt das Preisgefüge dann ein wenig ab, aber es bleibt einfach unter dem Strich eine der teuersten Städte in den ich jemals war.

Erkundungstour mit Einkaufsfahrt

Wir haben auch eine Runde mit dem Touristenbus ab Damrak gedreht, wobei diese Fahrt schnell in einer Firma endete, wo Diamanten verarbeitet werden. Man bekam alles erklärt (gähn war das langweilig) wie so ein Diamant geschliffen wird und man konnte auch zusehen, danach wurde man beim verlassen – offenbar in der Hoffnung man kauft was – zwangsweise durch die Verkaufsräume geschleust. Ja ja, die alte Masche, man bekommt eine gratis Leistung und fühlt sich dann um das Gewissen zu bereinigen genötigt was zu kaufen und wenn es nur ein Kaffee ist. Am Ende fand ich diese Fahrt einfach nur aus dem Grund, dass man mal die Randgebiete gesehen hat doch interessant.

Verkehr ohne Regeln?

Der Straßenverkehr ist auch gewöhnungsbedürftig, Zebra-Streifen an allen Ecken, ebenso wie gut ausgebaute Radwege. Sowieso ist in Amsterdam das Fahrrad Fortbewegungsgmittel Nummer 1 und man sieht die unterschiedlichsten Fahrräder.

Dass Manko ist allerdings, dass die Radwege von Motorroller-Fahrern mit genutzt werden, wo man besonders als Tourist nicht mit rechnet, insbesondere dann wenn die Leute quasi lautlos mit 50 k/mh auf den dort verbreiteten Elektro-Rollern mit 50 k/mh angebraust kommen. Im Stadtkern hört man auch alle Nase lang die Fahrrad-Klingel, entweder weil Menschen gerade über den Zebrastreifen gehen und die Radfahrer zu faul sind zu bremsen, oder weil andere Radfahrer im Weg sind, alles läuft nach dem Motto, was nicht passt, wird passend gemacht.

Interessante Hausboote

Die Hausboote sind auch ziemlich interessant und gefallen mir, in ihren verschiedenen Variationen, die haben Strom, Gas, Wasser nur das Abwasser geht direkt in die Gracht. Und das Wasser in den Grachten, ist übrigens aus dem Rhein aus Deutschland, was mich ziemlich überrascht hat.

Nette Menschen

Man muss aber sagen, die Niederländer sind sehr nett zu den Touristen (man verdient ja dran) egal ob es auf dem Schiff war, wo wir als Ausnahme im Einstieg sitzen durften für bessere Fotos oder im Hotel.

Besonders loben muss ich auch den Mann aus einem Laden, wo man Computer mit der Marke mit dem Apfel verkauft! In Deutschland konnte mir niemand gewisse Fragen zum Mac beantworten, den Typ frag ich auf englisch, da zeigt er mir sofort selbstsicher, dass es eine Eingabeaufforderung gibt, die sich beim Mac Terminal nennt und alle Linux/Unix Befehle klappen. Und dann sagt er mir noch, ich solle mir den lieber in Deutschland holen, weil die dort keine deutsche Tastatur haben in NL. Ich war von den Menschen begeistert und überzeugt, in DE hätten die ihren Mund gehalten in so einem Laden, Hauptsache verkaufen.

Sonstige Erkenntnisse

Ansonsten ist mir wie schon eingangs geschrieben aufgefallen, dass extrem viele offenbar Afrikaner dort leben, die das Stadtbild an jeder Ecke prägen, die aber alle die dortige Heimatsprache sprechen. Da würde mich ja mal den Grund dafür interessieren. Ich hab auch den Eindruck gewonnen, dass die niederländischen Männer alle sehr muskulös gebaut sind und es für meinen Geschmack weniger Frauen gibt. Ja im Rotlicht-Viertel war ich auch, ich werde mich dazu nicht auslassen, es war interessant, man sollte es sich mal ansehen, aber da hört es dann auch auf.

Fazit:

Amsterdam war eine interessante Erfahrung, die Kultur kennenzulernen, das Flair was die Stadt versprüht und es ist interessant auch einfach mal zu beobachten, wie dort das Leben läuft. Ich hatte den Eindruck, die Menschen dort sind glücklich, auch wenn ich in der Region um den Bahnhof doch einige Obdachlose gesehen habe. Entgegen jeglicher Angstmacherei hat mich niemand bedroht, mir hat auch niemand Drogen angeboten, alles war sehr friedlich, in den Metro-Stationen stehen Security Mitarbeiter und in der Innenstadt war auch überall Polizei präsent – kann aber sein, dass man aus der angeblich unsicheren Vergangenheit dazu gelernt hat und deshalb die Leute überall stehen. Auch wenn das andere Menschen anders sehen, aber ich denke, 2 Tage reichen um sich ein Bild von der Stadt zu machen und Eindrücke zu gewinnen. Mit dem Nachtzug um 10 Uhr ankommen, eine Übernachtung und am nächsten Abend mit dem Nachtzug nach Hause.

Nun Menschen sind verschieden, ich kann jetzt sagen, ich habe Amsterdam gesehen und meine Eindrücke gewonnen, ich fand es schön, aber fasziniert hat es mich nicht, von Kopenhagen war ich damals mehr angetan. Dennoch würde ich mir das eben beschriebene Szenario mit dem Nachtzug irgendwann einmal antun, alleine aus dem Grund, weil es mich ziemlich ärgert, dass ich nicht selber das Flair genossen habe, am Abend an so einer Gracht zu sitzen und einfach mal abzuschalten und lernen zu genießen …

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