BIOS updaten: BIOS Update via USB Stick
Jeder Fachmann kennt das Problem, gerade bei einem neu erschienen Mainboard muss man für neue CPUs oder aus anderen Gründen das BIOS updaten. Früher war das ein Kinderspiel, da hat man alles auf eine Diskette geprügelt und von dieser gebootet, doch sind wir mal ehrlich, in welchem PC befindet sich heute noch ein Diskettenlaufwerk? Sowas baue ich persönlich nur noch bei Ärzten ein, damit die ihre Abrechnungsdaten drauf kopieren können um diese dann bei der KVS einzureichen. Und weil wir in einer modernen Zeit leben, wo fast alle PCs problemlos vom USB Port (und damit vom USB-Stick) booten können, liegt es doch auf der Hand, dass wir und zum updaten einen BIOS Update Stick bauen. Und genau das will ich euch erklären!
Was brauchen wir?
Einen ordentlichen USB Stick auf jeden Fall, hier sollte man nicht am falschen Ende sparen, ein Stick der während des Flash-Vorgangs Aussetzer hat, kann teure Folgekosten nach sich ziehen. Weiterhin gehe ich davon aus, dass diese Anleitung für halbwegs fachlich versierte Leute ist. Das heißt im Klartext, Grundwissen sollte da sein. Idealer Weise sollten wir das ganze an einem PC machen, der noch ein Disketten-Laufwerk hat, ist aber keine Pflicht, weil wir uns auch anderweitig behelfen können.
Jetzt geht es los: BIOS und Mainboard erkennen
Okay, bevor wir hier irgendwas machen, sollten wir uns unserer Sache zu 200% sicher sein, dass heißt, wir sollten 100 pro sicher sein, dass wir die richtige Mainboard Bezeichnung und BIOS Version (er)kennen. Wenn nicht, dann hilft uns ein kleines Tool namens CPU-Z. Dieses installieren wir und starten es, aber Achtung, nicht zu schnell beim installieren klicken, es empfiehlt sich dort die Häkchen zu entfernen, dass es so eine Ask Toolbar installiert und den Suchmaschinen-Anbieter ändert. Dann starten wir CPU-Z und gehen in den Kartenreiter “Mainboard”, dies sollte dann so aussehen:

Wir sehen also nun unseren Hersteller, wissen, dass es das Modell “P5Q-Pro” ist und das wir das BIOS 1611 vom 26.11.2008 drauf haben. Ganz wichtig, es gibt bei vielen Herstellern von den Mainboards mehrere Revisionen, darauf solltet ihr unbedingt achten, aber erst später beim Download des BIOS. Die Revision steht übrigen in der Grafik rechts oben. Nun gut, jetzt haben wir erst einmal die Vorarbeit und kümmern uns um den USB Stick!
Das minimale DOS Betriebssystem
Wir brauchen als Basis für unseren USB-Stick ein minimales DOS Betriebssystem, wer sich noch an die guten alten Zeiten erinnern kann, wo auch ich meine Erfahrungen sammeln durfte, der weiß, dass wir minimal 3 Dateien brauchen:
- command.com
- io.sys
- msdos.sys
Nun ist die Frage, woher nehmen wenn nicht stehlen? Wer Glück hat und nicht erst seit gestern einen PC besitzt, der kann sich ja mal in seiner Sammlung umsehen, ob noch eine MS DOS Startdiskette vorhanden ist. Wenn ja, dann einfach dessen Inhalt in ein Verzeichnis auf der Festplatte kopieren, ich habe es “Startdisk” genannt. Wenn nicht, dann sag ich nur so viel, im Web nach einer Startdiskette umsehen, z.B. diese hier. Das Vorgehen wäre dann, dass Zip-Archiv herunterladen und entpacken z.B. in das Verzeichnis “win98boot”. Ganz wichtig, bei Windows werden versteckte Dateien sowie System-Dateien standardmäßig ausgeblendet, also beides in den Ordner-Optionen deaktivieren, wenn ihr die wichtigen Dateien auf Startdisketten oder sonst wo sehen/suchen wollt.
USB Stick bootfähig machen
Nun haben wir die benötigten Dateien entpackt, nun müssen wir den USB Stick bottfähig machen, dazu hilft uns eine Software, welche sich HP USB Storgae Utility nennt und meines Wissens nach, wurde diese von der offizielen HP Seite entfernt, dennoch kann man diese zum Beispiel hier herunterladen. Das installieren wir und starten die Anwendung, vorher schieben wir unseren leeren oder neuen USB Stick in die USB Buchse. Nun wählen wir bei “Device” unseren USB Stick, das Filesystem sollte FAT oder FAT32 sein, wir wählen Quick Format, weil wir schnell formatieren wollen und bei “Create a DOS startup disk” setzen wir auch einen Haken und geben das Verzeichnis an, wo die oben heruntergeladenen und entpackten Dateien liegen.

Wenn wir damit fertig sind, dann drücken wir auf Start und lassen die Anwendung laufen, am Ende erhalten wir eine Zusammenfassung.
Das BIOS Update
Bevor wir etwas updaten können, müssen wir uns alles nötige besorgen, wie das genau aussieht ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich, grundsätzlich brauchen wir ein ROM-File, welches die zu flashenden Infos enthält und ein passendes Tool, welches den Flash-Memory auf dem Mainboard flasht. Die Namen der Anwendungen sind verschieden, häufig gebräuchlich sind Afudos.exe oder awdflXX.exe, die passenden hier angesprochenen Programme findet man meist bei den Downloads des jeweiligen Mainboards unter der Kategorie Bios-Utilities.

Hier im Beispiel zu sehen ist es Afudos, dieses Zip-File laden wir herunter und entpacken es, darin haben wir dann eine Datei namens AFU236U.exe, welche ich in ein extra angelegtes Verzeichnis “Bios” auf dem USB Stick kopiere. Nun brauchen wir nur noch eine aktuelle Version von dem zu flashenden ROM-File, auch hier gilt wieder herunterladen und entpacken, sowie die Datei mit der Endung .ROM auf den USB Stick in das Verzeichnis Bios kopieren.
Das flashen ist auch easy, erst einmal von unserem Stick booten, entweder darauf achten, dass im BIOS die richtige Boot-Reihenfolge eingestellt ist oder mit F12 oder F8 je nach Bios das Multi-Boot-Menü starten nach dem einschalten des PC. Dann booten wir von unserem Stick, nun haben wir nur das kleine Hindernis, dass die Tastatur nicht deutsch ist, dass heißt, Z und Y sind vertauscht, der Doppelpunkt versteckt sich beim ö und andere Ungereimtheiten, eben das englische Tastatur-Layout.
Dann wechseln wir in das Verzeichnis BIOS mit einem cd bios auf der Kommandozeile und dann starten wir das Flash-Utility mit einem AFU236U.exe /i p5q2411.ROM dies aber nur als Beispiel, bei jedem Hersteller heißt das Flash-Utility anders, ebenso wie das ROM-File, aber vom Grundsatz her ist es immer das Prinzip Flasprogramm.exe gefolgt von Leerzeichen und danach Name des ROM-File. Nun startet das Flash-Programm und wir sind quasi am Ziel.
Zum Schluß ein paar Tipps
Am Rande noch ein ein paar Tipps, hochwertige Mainboards haben zum Teil eine eigene BIOS Update Software eingebaut (quasi schon ab Werk an BOard), wie zum Beispiel die hervorragende Lösung von Asus, die sich EZ Flash nennt. Hier geht alles noch einfacher, man lade sich das Rom-File herunter, kopiere es auf einen simplen USB Stick und gehe beim booten ins BIOS. Von dort aus startet man dann EZ Flash, ladet vom USB Stick das Rom-File und schon ist man fertig, leider aber haben noch nicht alle Hersteller eine solchige Lösung.
Grundlegend gilt es auch Vorsicht walten zu lassen, wenn während des Flashvorgang der Strom weg geht, dann habt ihr das Mainboard geschrottet. Wenn sich jemand hinsetzt und ein BIOS auf einen EEPROM brennt und diesen EEPROM dann bei euch einlötet, dann kostet aller Wahrscheinlichkeit mehr, als ein neues Mainboard. Auch hier gilt der Grundsatz “Never touch a running System” – ein BIOS Update nur bei Problemen durchführen und auch entsprechend die Einstellungen nach dem flashen fachmännisch anpassen.
