Kopenhagen – Eine Reisebericht

Geschrieben von am 27. Juni 2010 um 13:53 Uhr 3 Kommentare
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Eine Kurztrip nach Kopenhagen – es ging alles am Donnerstag den 24.06.2010 los, 17:45 Uhr ein Rucksack mit den wichtigsten Sachen gepackt, Ellen abgeholt und ab nach Berlin, genauer gesagt nach Potsdam zur Mutter von Ellen, dass Auto parken. Dann ging ist mit der S-Bahn von dort bis nach Berlin Hauptbahnhof, der Berlin Night Express wartete auf uns, der Zug der von Berlin nach Malmö bzw. temporär bis nach Lund in Süd-Schweden fährt.

Ich habe dank guter Kontakte im letzten Moment noch den Liegewagen zum Schlafwagen umgebucht (eine Entscheidung die zu 200% richtig war) und in den kleinen Kapuff haben wir dann auf die Abfahrt gewartet, leider war es im Schlafabteil muffig und warm. Schnell mussten wir feststellen, dass ein Kameramann im Zug ist, der immer filmt, weniger uns, mehr 2 Leute die mit dem Zug bis nach Oslo wollen. Mit Verspätung startete dann der Zug Richtung Schweden.

Am Ziel angekommen

Nachdem wir dann in bequemen Betten in Lund angekommen sind, ging es mit dem Öresund-Express nach Kopenhagen. Kurz vor der Öresund-Brücke teilte man uns aber mit, dass ein Signal kaputt ist und wir standen 20 Minuten, aber dann ging es weiter und wir kamen am Ziel an, in Kopenhagen. Im Bahnhof angekommen, machte sich der Hunger breit, da ist doch ein Bäcker ne feine Sache, doch da kam er Schock, ein einfaches Croissant kam 30 Kronen (entspricht 4,03 EUR). Okay dacht ich mir, Bahnhofs-Preise!

Den Bahnhof haben wir verlassen und wir blickten direkt auf das Tivoli, direkt daneben, der nächste Bäcker mit gleichen Horror-Preisen. Wenn man dann mal an einer Speisekarte vorbeikommt, zeichnet sich dann noch mehr das Bild ab, dass Speisen und Getränke in Dänemark irre teuer sind.

Nun gut, dann begann die Erkundungstour durch Kopenhagen, es gab viel zu sehen, von Kultur über alte idyllische Gebäude bis hin zu modernen Gebäuden wie der Bibliothek. Ich glaube aber, am schönsten ist die Alt-Stadt bzw. der “Nyhavn”, mit seinen bunten kleinen Häusern. Überall fuhren offene breite Schiffe mit Touristen, passend dazu war auch die Bezeichnung “Canaltours”.

Schon an den Geldscheinen und den Bürgern merkte man, dass Kopenhagen irgendwie so einen Trend in Richtung Asien hat, man sieht es in den Parks und an tausend anderen Ecken, wie das zusammenhängt, dass weiß ich leider nicht, dort ist offenbar ein sehr hoher Ausländer-Anteil. Wir sind vor dem auf dem obigen Bild zu sehenden Nyhavn noch in der Innenstadt in der Fußgängerzone gewesen, was auch recht interessant war. Dort ist mir so richtig aufgefallen, dass 90% aller Frauen irgendwelche Strumpfhosen oder Leggins mit einem Kleid drüber angezogen haben und das sich so ein Einheits-Stil abzuzeichnen schien, dafür waren die Menschen aber alle sehr hübsch.

Eine Stadt mit vielen Facetten

Es gab auch recht viele hübsche Fassaden mit vielen bunten Blumen zu sehen, ja sogar Rosen die an Hauswänden hochgewachsen sind, also wirklich wunderschön einige Häuser, zumal die so klein und niedlich sind. Was ein wenig die Stimmung störte, dass war der Fakt, dass wir am Schulentlassungstag dort waren, dass heißt alle Nase lang fahren dort Schüler auf der Ladefläche eines LKW mit Bierflasche und Tröte in der Hand durch die Gegend und sowohl der LKW hupte andauernd, als auch die Schüler machten einen wahnsinnigen Lärm und gröhlten da herum. Beim ersten mal fand ich das noch lustig, als die an uns vorbeigefahren sind und gewunken haben, aber nach 8 Stunden ging mir das einfach nur noch auf den Zeiger, wenn da 8 verschiedene LKW durch die Stadt fahren die nur Lärm verbreiten und hupen.

Apropos Verkehr, ein bisschen hat die Stadt was von Italien, man hält zwar am Zebra-Streifen an, aber die Autofahrer und besonders die Taxi-Fahrer sind nur am hupen und nötigen dort.  Aber irgendwo kann man die auch verstehen, genau so oft habe ich Leute an Kreuzungen beobachtet, die einfach auf der Kreuzung wie eingeschlafen sind, da kam kein Auto, aber die sind einfach ewig nicht losgefahren.

Dann waren wir mit einer dänischen Waffel im Mund und “Coffee to go” auf dem Weg zum Schloss Amalienborg, der Stadtresidenz von Königin Margarethe. Es war lustig die Wachablösung die immer um 12 Uhr stattfindet zu beobachten, ich hab mich doch sehr über diese Kopfbedeckungen amüsiert, hatte aber auch Respekt, dass die da so extrem lange still stehen müssen und sich nicht bewegen dürfen, bis wieder um 12 Uhr die Ablösung kommt.

Gegen Ende sind wir in Christiana gelandet, einem Stadtteil von Kopenhagen auf einer Halbinsel, wirklich ein interessanter Fleck auf der Erde, hat auch wieder so einen Touch von Amsterdam alles, es ist wo auch ein Scene-Viertel mit vielen Kneipen. Wir saßen dann wegen Blasen an den Füßen ein wenig am Wasser, dass war recht entspannend.

Nun gut, dann ging es wieder in Richtung Innenstadt, wir erblickten einen großer Platz vor dem Rathaus mit vielen Menschen die auf dem Boden saßen und einen großen Monitor wegen der WM. In Richtung Norden ging es dann durch die belebte Stadt entlang von kleinen niedlichen Gassen mit Geschäften in Souterrains zu einem Aussichtsturm, von dem man über die ganze Stadt blicken konnte. Ein wahnsinnig toller Ausblick, sogar die Öresund-Brücke konnte man sehen und die Ostsee:

Ja und das war es auch schon fast. Danach folgte nur noch der Weg zum Hauptbahnhof, denn die Fahrt in Richtung Heimat stand an. Mit der Gumminase, also dem Regionalzug ging es wieder ruck zuck Richtung Schweden.

Mittsommer und dessen Folgen

Angekommen sind wir wieder in Lund in Schweden und wir wollten noch etwas essen. Dies gestaltete sich aber sehr kompliziert, da an jedem Laden nur Schilder hängen, dass wegen Mittsommer geschlossen ist. Die ganze Stadt war wie ausgestorben, doch eine Kneipe haben wir dann gefunden, wo wir Fish & Chips bzw. French Fries gegessen haben und das ging auch nur, weil die VISA Karten akzeptiert haben. Geld konnte man nicht wechseln, war ja auch alles zu und selbst wenn, es hätte sich nicht gelohnt.

Die Heimfahrt im Liegewagen

Die Heimfahrt stand an, diesmal statt im Schlafwagen nur im Liegewagen. Wir kamen also im Abteil an und wir wurden von einem älteren schwedischen Ehepaar angebettelt, als jüngere Menschen ganz oben im 6er Abteil zu schlafen, was ich gerne angenommen habe, da unsere eigentlichen Plätze ganz unten gewesen wären. Dann kam noch ein Kanadier, der 1 Jahr in Schweden gelebt hat und nun 6 Wochen nach Dresden will, bevor der nach Hause fliegt. Nach einer halben Stunden Zugfahrt wurden wir dann in Trelleborg auf die Fähre geschoben und diese haben wir dann auch mal erkundet, war sehr voll, aber die Abfahrt während der Abend-Dämmerung zu sehen und da oben auf dem Deck zu stehen, war schon interessant.

Ja und nachdem wir dann in Sassnitz waren, da wurden wir schön runter gezogen, umrangiert und dann ging es mit Vollgas Richtung Berlin. Wir waren 30 Minuten eher in Berlin als geplant, dass heißt 5:34 Uhr statt 6:04 Uhr. Berlin am Morgen, dass heißt im Klartext in den öffentlichen Verkehrsmitteln nur Schnapsleichen und besoffene pöbelnde Menschen, Männer mit Leggins im Tiger-Look und andere Ungereimheiten.

Nach einer kleinen Odysee mit dem Schienenersatzverkehr ging es dann bissel quer Beet durch Berlins-Westen, bis wir dann in Potsdam angekommen sind. Ich muss sagen, Ellen ihre Mutter und deren Mann sind wirklich wahnsinnig nett gewesen, man konnte sich locker unterhalten und war schon echt spitze. Naja, nach einem Trip durch Potsdam inklusive einem Eis, sind wir dann wieder hier angekommen. Ja, mit doch ein wenig Sehnsucht nach Kopenhagen …

Alles in allem habe ich mich gefreut, dass ich das so wie es war mit Ellen erlebt habe bzw. erleben konnte, ich fand schön und würde es glatt noch einmal machen.

Nachtrag: Wenige Tage nach diesem Artikel sind wir noch einmal nach Kopenhagen gefahren und haben einiges gesehen und erlebt, den Bericht dazu findet ihr hier.

Kategorie : Persönliches

3 Antworten zu “Kopenhagen – Eine Reisebericht”

  1. sebastian sagt:

    Sonderfahrt klingt interessant, was war das denn für eine Sonderfahrt? Ich würde gerne mal sehen wie die Fähre ankommt, sich dreht und andockt, dass hab ich jedes mal verpennt. Und wenn ich in Neu-Mukran gewartet habe, da kam nie ein Schiff. Aber ich finds auch schade, dass das der einzigste Zug ist. Wenn den die schwedische Staatsbahn nicht privatisiert hätte, dann hätte man selbst den bestimmt eingestampft.

  2. Xurxo sagt:

    Interessanter Artikel, macht Lust auf mehr.
    Ich war am 29.5.2010 während einer Sonderfahrt im Sassnitzer Fährhafen. Es war recht interessant, das Be- und Entladen der Fähre zu beobachten. Leider ist der Berlin-Nacht-Express die einzige Personenverbindung, die Mukran zur Zeit nutzt.

    Meinen letzten Schlafwagenzug habe ich im Jahr 2000 benutzt.

  3. Mark sagt:

    Schöner Reisebericht, der Lust auf Dänemark und Schweden macht! (Mal von den Preisen abgesehen ;-) Und auf Reisen mit Nachtzügen… Mensch, habe ich das lange nicht mehr gemacht!

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