Raid-0 Benchmarks
Der Sebastian hat gestern Abend mal wieder Experimente und Benchmarks in Sachen RAID-0 gemacht, ich hab zwar keine Ahnung wie und wem ich die geöffneten Produkte nun verkaufen kann, aber naja, wirds eben teurer Eigenverbrauch. Nun wir leben in einer Zeit, wo so ziemlich fast jedes halbwegs brauchbare Board einen Raid-Controller mitliefert, wo man wahlweise ein RAID 0/1 und sogar 5 realisieren kann. Die Dinger kann man zwar nicht mit einem ordentlichen 3ware Raid-Controller vergleichen (der mit ca. 250 EUR doppelt so teuer sein dürfte als ein Mainboard) ja auch nicht mit nem amtlichen SAS Raid-Controller, weil das sowieso ne andere Welt ist, aber für den SOHO Betrieb ne nette Beigabe und Zwischenlösung.
Während ich eher der Typ bin, der den auf RAID-1 stellen würde für maximale Sicherheit, bin ich mal übergegangen lieber mehr Performance herauszuholen und wollte gucken was da momentan machbar ist. Früher vor 8 Jahren waren ja die Software-Raids unter Linux mal ziemlich trendy, aber man hat auch von Performance Einbußen gesprochen. Nun wollte ich also mal sehen (in Zahlen), was macht ein RAID-0 so an Performance aus und dies einmal in der Version Hardware-RAID und dann eine Software RAID.
RAID-0 ist bekanntlich Striping, und wie der Name sagt, werden da quasi einzelne Schnipsel gleichzeitig auf beiden Platten verteilt und der Gesamt-Speicherplatz erhöht sich (vergleicht es mit einem Reißverschluß). Das heißt wenn ich 2 x 250 GB als RAID-0 einrichte habe ich ca. 500 GB an Speicherplatz und mehr Geschwindigkeit. Aber die Sache hat einen entscheidenden Nachteil, sollte eine Platte von beiden kaputt gehen, so sind damit automatisch beide Festplatten von den Daten her unbrauchbar. Man sollte auch bedenken wenn man ein RAID-0 aufsetzt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalles einer einzigen Festplatte bei ca. 5% liegt, wenn ich nun ein RAID-0 aufsetze, dann habe ich damit eine Verdopplung der Gefahr das mein System ausfällt, die dann bei 10% liegt. Weiterhin hat man auch ein dickes Problem, wenn mal das Mainboard (wo der RAID-Controller sitzt) kaputt geht beim Hardware-Raid, denn dann beim Kumpel die Platten anhängen um noch etwas zu retten wird nicht funktionieren, es sei denn er hat ein identisches Mainboard. Helfen kann dann nur teure Spezial-Software oder wie beschrieben ein identisches Board mit gleichem Controller.
Aber labern wir nicht so viel rum, kommen wir kurz und bündig zu den Zahlen im Vergleich Software- vs. Hardware-Raid:

Wie man im Windows 7 ein Software-Raid anlegt werd ich jetzt nicht beschreiben, aber ich denke man sieht, dass ein Software-Raid dem Hardware-Raid schon das Wasser reichen kann und es durchaus sinnvoll sein kann. Wer zur Geschwindigkeit noch größte Sicherheit haben will, der sollte an ein RAID-5 oder gar 10 denken und das nur in der Variante mit Hardware-Controller. Ansonsten muss ich zu der Grafik nicht viel beschreiben, es zeigt klar den Unterschied zu einem normalen PC mit einzelner Festplatte, der einzigste Nachteil ist dann eben nur wie oben beschrieben, dass Thema Ausfallsicherheit und man hat einen ziemlich hohen Anlauf-Strom beim einschalten des PC, weshalb man eventuell ein neues Netzteil braucht (wer noch ein sehr altes haben sollte) … okay und der etwas höhere Stromverbrauch des PC. Aber man sieht, im RAID-0 liegt es durchaus auf SSD-Niveau von den Transferraten.
Womit wir beim Thema sind, SSD mit RAID-0 ist für viele ja das ultimative Erlebnis, hier kurz dazu noch von mir auch ein Benchmark, was dann doch anderes ausgefallen ist, als ich es gedacht hätte:

Was sagt uns diese Grafik? Das eine einzelne SSD schneller liest, während der Lesevorgang bei einem SSD RAID-0 langsamer ist. Hingegen ist wiederum beim Thema Schreiben von Daten das Raid im Vorteil, aber ich persönlich würde behaupten wollen, dass sich ein RAID-0 bei Solid State Disks zumindest in meiner persönlichen Hardware-Konstellation nicht wirklich lohnt, denn IMHO liest man mehr Daten z.B. beim öffnen von Dokumenten und Programmen als das man schreibt. Ergo würde ich hier ganz klar abraten vom RAID-0 zumal ich persönlich in Sachen SSDs nun einige Erfahrung habe und die billigen Dinger gerne mal den Geist aufgeben und langsam sind. Wer sich eine SSD anschafft immer auf den Chache achten, denn nur wenn der groß genug ist (64 MB wären ideal) hat man auch gute Datentransferraten.
Achso: Und wenn ihr auch mal Benchmarks machen wollt , dann geht das mit HD Tach.


Hallo,
mich würde mal interessieren ob sich beim Booten da ein Zeitgewinn messen läßt und ob die Geschwindigkeit untersheidlich ist wenn die beiden HDD’s zu sagen wir mal 90% voll sind!?
L.G.
Hab eine kurze Frage. Ist es möglich, Windows 7 in einem Software Raid zu installieren? Also, dass Windows 7 auf dem Raid 0 direkt läuft? Hab zwei HDDs in meinem Laptop und keine Raid Funktionalität per HW. Vielen Dank,
Emil
Das das nicht beschrieben ist kommt daher, dass es keine Anleitung ist. Soweit ich das weiß, geht Raid-0 via Datenträgerverwaltung mit jedem Windows, hingegen Raid-1 immer erst ab den Professional bzw. Business Versionen und besser.
P.S.: Hier ne Anleitung für Windows 7: http://www.youtube.com/watch?v=cKDCmOBqNBY
Wie bitte schön legt man denn in Vista/Windows 7 (Professional) ein Software-RAID an? An der Stelle bist du ja etwas sparsam mit den Informationen. Soweit ich mich erinnern kann, wurde seit Windows XP Professional dieses Feature aus der Datenträgerverwaltung entfernt.
Wenn Du 2 mal eine 160 GB Festplatte im RAID-0 Verbund in Betrieb nimmst, dann hast Du 320 GB, da die Datenträger zu einem logischen Laufwerk zusammengefasst werden. Und wenn Du Daten schreibst, dann kommt die Performance daher, dass Du mal ganz dumm ausgedrückt parallel die Daten schreibst und nicht nacheinander. Von daher passt das schon so mit der doppelten Größe bei 2 Festplatten.
wieso hast du im Raid0 die doppelte speichergröße ????
im Raid 0 mit jeweils 1TB HDD’s hast du auch nur 1TB zu verfügung. Der Sinn der Sache ist ja die I/O Vorgänge zu beschleunigen in dem du mehrere Festplatten zu einer mit der größe von der kleinsten zusammen bringst. Alles andere wäre ja Raid 5 / 10.
Dieser Kommentar ist genau so falsch und unbrauchbar, ich kann nämlich nur das schreiben, was ich so gesehen und erlebt habe. Mit einer anderen Konfiguration d.h. anderem Mainboard und anderen SSDs mag das zwar gehen, aber nochmal: ich schreibe hier über das was ich gesehen und getestet habe und das trifft auf mich und meine Versuchs-Konstellation zu und nicht auf andere, einfach mal lesen vorm schreiben.
Test ist unbrauchbar und falsch. SSDs im Raid 0 beschleunigen erheblich (>380 MB/s).
Ähm, deine Aussage, dass bei onboard HW Raid0 ein gleiches MB oder controller benötigt wird stimmt nicht.
ich habe 2 raid0 arrays, welche ich damals auf einem asus board mit nforce chipsatz erstellt habe. mittlerweile bin ich zu AMD chipsätzen gewechselt und hatte ein MSI mit Southbridge 650, ein Gigabyte mit Southbridge 700 und nun ein Asrock Board mit Southbridge 750 und ich konnte meine arrays bei JEDEM wechsel mitnehmen.
Der Trick dabei ist, dass man die sata kabel genau an die selben ports anschließen muss, damit das array erkannt wird. also bei 2 x 250 GB die bei dem nforce board an port 1 und 2 hingen, musste ich diese bei dem AMD 650er board an die gleichen ports (und der gleichen reihenfolge) anschließen. wurde jedes mal beim boardwechsel wieder erkannt ohne datenverlust.
Ha haaa, genau diesen kritischen Punkt habe ich beim hektischen Schreiben vergessen, die CPU-Load ist bei großen Datenmengen bei einem Q9550 @ 3GHz Overclocked (but verry cool) mit 4 GB Ram doch schon nach oben gegangen. Ich wollte das eigentlich auch mal mitloggen, hab mir aber nur im Taskmanager mal angesehen, was er da so fabriziert wenn man paar Linux-Images von externer Quelle einspielt bzw. die intern verschiebt. In sofern ist ein eigener Controller natürlich doch schon eine feine Sache, ein ganz wichtiger Punkt, den Du da angesprochen hast. Die Platten waren 2 x 500 GB SATA WD Caviar, genaue Bezeichnung hab ich gerade nicht zur Hand.
Bei Software Raid hast Du zumindest unter Linux Hot-Swap Support und was das RAID-10 angeht, da würde ich auch gerne mal Tests bzw. einen richtig fetten Versuchsaufbau machen, aber das wird mir ne Nummer zu aufwendig und teuer.
Ich weiß nur eins, dass bei den momentan beliebten 1 TB Platten und größer momentan bei sehr vielen Leuten Probleme auftauchen, wo z.B. Rebuilds nicht klappen und statt Performance eher alles langsamer wird.
Ich sag mal so, wenn RAID würde es bei mir eh und je ein gescheiter SAS-Controller werden mit passenden Platten, alles andere ist in meinen Augen Spielzeug.
Welche Frage sich ja bei der Nutzung eines Software-Raids immer noch stellt, ist die Auslastung der CPU. Mittlerweile würde es sich ja anbieten auf einem Kern eines n-Core Systems, die Raid-Verwaltung laufen zu lassen
. Ich kann mir aber denken, dass bei größeren Datenmengen auch aktuelle CPUs immer noch gut zu tun haben. Ein anderes Thema wäre die Unterstützung von Feature wie Hot-Swap, Raid Resizing und die Zeit für ein Raid-Rebuild (okay fällt beim Raid 0 eh flach
). Ich suche immer noch mal Werte zu Raid 10 vs Raid 6, bisher fand sich aber nix. Kannst Du noch was zu den verbauten Platten und ggf. CPU/RAM sagen?