WordPress 2.5.1: Do it like the Redmonds

Geschrieben von am 09. Juni 2008 um 15:14 Uhr 1 Kommentar

Seit Mitte Mai diesen Jahres habe ich jetzt neben meiner regulären Tätigkeit als Frontendentwickler ein Weblog vom 1&1-One Click-Installer weg auf eine eigene WordPress-Installation umgezogen und das zugehörige Theme dem Kundenwunsch entsprechend angepasst.

Zuerst natürlich gleich mit der aktuellen WordPress-Version 2.5.1 in der deutschen Fassung. Leider hat sich nach erfolgtem Umzug aller bisherigen Daten (von denen wohl nur die Hälfte der Artikel richtig gesichert worden sind – seitens des WP-Backup-Mechanismus) und Theme-Anpassung herausgestellt, dass die aktuelle Version von WordPress noch so verbuggt ist, dass ein normales Arbeiten damit schier unmöglich gemacht wird.

Folgende eklige Fehler wurden gefunden:
1. Uploadprobleme en mass: Der Uploader musste ja unbedingt derart verändert werden, dass man nur noch mit Flash weiterkommt. Ja, gut, kann man deaktivieren – aber was soll der Quatsch überhaupt?

2. Fensterln: Nach erfolgreichem Deaktivieren des Flash-Uploaders bzw. Downgrade zum normalen PHP-Uploader ging zwar das Hochladen irgendwie, aber das Thickbox-basierte Fenstersystem spon beim Kunden durchgehend. Entweder wurde das “Fenster” weiß oder nichts tat sich mehr – und das immer wieder mal, sporadisch bis andauernd. Vorrangig beim Einfügen der hochgeladenen Bilder aus der Mediathek.

Es war übrigens egal, ob mit oder ohne aktuellem TinyMCE (WordPress’ Standard-WYSIWYG-Editor) – Einfügen von Bildern war von Kundenseite aus nicht ohne riesige Verrenkungen (z.B. Bild-URL kopieren und dann irgendwie in den Quelltext einfügen) machbar. Trotz Umstellung auf PHP 5, Durcharbeitens einer tollen Liste mit über 10 Punkten, woran jetzt diese Probleme mit Bildupload und -einfügens liegen könnten und wie man sie vielleicht behebt, war das Ende abzusehen …

… Ich führte ein Downgrade auf WordPress 2.3.3. durch, entfernte den IMNSHO dämlichen, überflüssigen Update-Reminder, überprüfte, ob alle Plugins und das gewählte Theme immer noch sauber funktionierten und führte letzte Änderungs- und Erweiterungsarbeiten durch. Ende der Odyssee – Kunde glücklich – ich beruhigt, aber deutlich enttäuscht vom bisherigen Champion.

Fazit: Momentan ist WordPress 2.5.x noch zu instabil, um produktiv eingesetzen werden zu können. Offenbar dürfen jetzt die Benutzer die Tests durchführen, welche die Entwickler vor dem Release der aktuellen Version durchzuführen hätten. Ich betone “hätten”, denn offensichtlich ist das nicht passiert, denn wenn eine stabile Funktion bei einem der größten Webhoster in Deutschland nicht gewährleistet ist – wie mag das erst bei anderen, kleineren Anbietern aussehen? Für mich sieht es danach aus, als wurde WP 2.5 nur auf dem heimischen localhost (aka LAMP-System) und dem regulären Serversystem getestet, die Hosting-Kunden aber einfach ignoriert und die ganze Sache mit dem Release zu übereilt in Szene gesetzt. Sehr Microsoftianisch übrigens.

Benutzerfreundlich ist das nicht.

Mein persönliches Fazit daraus: Ich grüble schon seit einer ganzen Weile, ob ich nicht mal andere Weblogsysteme ausprobieren soll – das Usability-Debakel von WordPress 2.5.1 hat nun dazu geführt, dass ich aktuell mehrere Systeme teste, u.a. S9Y, Habari und Chyrp.

Die Tendenz geht momentan sowohl zum ersteren – wegen der vielen Anpassungsmöglichkeiten dank Smarty + dem ganzen Rundherum, was man z.B. beim Bestatterweblog sehr gut sieht (die Umstellung hätte ich fast nicht bemerkt – nur dank der defekten Feed-URL fand ichs heraus) – und letzterem, weil selbiges “very lightweight” (auch mit Plugins) ist, d.h. 250 kb in der Ausgangsinstallation und selbst mit allem Brimborium nur grade mal 900 kb groß. Und trotzdem – oder gerade deshalb – scheint der Quellcode sehr aufgeräumt und solide zu sein.

Autoreninfo: Fabian Wolf

Der "andere" Autor dieses Weblogs. Schreibt vorrangig fachspezifische Artikel zu Webdesign und -programmierung, beispielsweise über WordPress, Habari, jQuery oder OpenStreetMap, um nur ein paar Themen zu nennen.

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