Die Monitor-Falle

Gestern habe ich einen extremen Schock bekommen, wie schnell doch jegliche “Designarbeit” für den Hund gehen kann. Grund dafür ist ganz einfach, dass man sich ewig hinsetzt optimale Farbkombinationen bastelt bzw. sich entwickeln lässt wegen der Farb-Harmonie und am Ende ist alles umsonst. Die Tücke liegt im Detail und ist in vieler Hinsicht gar gefährlich …

Gerade im Bereich von ganz feinen weiß-blauen Farben oder Grautönen wird beim betachten an diversen LCD-Monitoren klar, dass jeder manchmal gar extreme Unterschiede aufweißt. Besonders der Spagat zwischen 17 und 19 Zoll Bildschirmen, welche meist ein besseres Kontrasverhältnis von ca. 800:1 haben ist enorm.

Ursachen für die unterschiedliche Darstellung sind vielfältig, wie genannt ist wohl am wichtigsten mit das Kontrastverhältnis. Viele der günstigen TFT Monitore haben hier ein Verhältnis von 350:1 bis 450:1 und meist sind es die billigen 17er TFTs wo mir immer wieder auffällt, wie differenziert die eigene Homepage aussieht.

Ein anderer Aspekt ist die Grafikkarte bzw. dessen Software/Treiber – denn hier lauern auch gerne mal kleine Tools um den Kontrast zu verändern bzw. nach dem Setup wird ein Default-Wert gesetzt, was manchmal auch nicht so optimal ist, wie ich selbst damals bei meinen Vista-Experimenten merken musste.

Nicht zuletzt haben wir noch das große Problem: der User! Jeder Mensch stellt sich seinen Computer passend ein, will man meinen, aber die Realität sieht nach meinen Erfahrungen aus dem Computer-Notdienst anders aus. Da wird der Kontrast aufgerissen auf 100% und die Helligkeit dazu, so erscheint fast jegliche Seite im einheitlichen weiß. In der Mehrheit ist es aber so, dass der Kontrast zu hoch eingestellt ist immer so um die 50% wo meine Empfehlung meist immer bei 20 – 30% liegt je nach Gerät.

Was heißt das aber nun für den Webdesigner?

Ich denke mal, dieser ist machtlos, denn er weiß nicht wie die Menschen ihre Hardware auf dieser Welt konfiguriert haben und hier liegt der Punkt. Ich denke eine HP oder Grafikarbeiten an einem eigenen guten TFT durchzuführen ist nicht verkehrt, aber da diese Monitore eine recht gute Wiedergabe ermöglichen, kann es dem einen oder anderen dann wie mir passieren, dass Farben entwickelt werden die nur Menschen mit einem optimal eingestellten guten Monitor sehen. Mein Meinung nach lässt sich sowas auch leider nicht umgehen. So schlimm es klingen mag und auch wenn sich jemand aufregen wird, aber ich sag ganz einfach, wenn jemand seinen Monitor total falsch einstellt und den billigsten nimmt den es gibt, dann kann es dem Webdesigner ja egal sein. Wir haben doch nun schon lange gelernt, dass man es nicht jedem passend machen kann, oder? Ich denke, wenn eine Seite auf einer Vielzahl von Bildschirmen okay aussieht von der Farbwiedergabe, dann sollte das reichen, denn wirkliche jede Situation kann man nicht simulieren.

Am Ende noch einen Tipp: viele Menschen stöpseln den TFT einfach an den Rechner und fertig ist die Sache. Richtig ist auch, man brauch keinen Treiber für Monitore, aber wenn der Hersteller einen anbietet, so würde ich diesen nutzen. Denn es gibt entsprechende Farb-Profile im Windows, welche dann mit den Daten vom Treiberhersteller eine bessere Darstellung ermöglichen, gerade im Bereich Kontrast merkt man meist deutliche Unterschiede.

SK

Inhaber einer IT-Firma die sich auf exklusives & individuelles Webhosting spezialisiert hat. Als einer der ersten Anbieter von speziellen Wordpress Hosting Angeboten, schreibt er hier Artikel über Wordpress. Aber auch in der Welt von Windows, Linux und den modernen Smartphones kennt er sich aus und schreibt hier entsprechende Artikel, Tests und Tipps & Tricks.



3 Kommentare zu “Die Monitor-Falle”

  1. Heiko sagt:

    Farben sind ein echtes Problem in der Computerwelt und dann gibt es ja auch noch den Mac mit seinem Gamma-Wert. Um zumindest bei mir alle Monitore einigermassen auf gleichem Niveau zu halten hab ich mir den “Spyder” von “Colorvision” geholt. “Profis” lachen zwar manchmal darüber aber beim Farbmanagement hat sowieso jeder seine eigene Meinung. Der Spyder ist bezahlbar und bringt eine ganze Menge. Vorher sahen meine Fotos, die ich bearbeitet habe, auf jedem meiner Monitore anders aus. Jetzt passt das meistens. Natürlich gibt es auch physikalische Grenzen der Kontrast- und Farbwiedergabe bei jedem Monitor. Alleine schon CRT und TFT sind da ja ziemlich unterschiedlich, aber auf die letzten, absoluten Feinheiten kommt es mir nicht an. Jedenfalls sehen meine Fotos auf jedem meiner Monitore ziemlich identisch aus, wenn man normale Massstäbe anlegt. Wenn man eine Webseite erstellt, wo es einem auf sowas ankommt, dann kann man zumindest einen abgestuften Grauverlauf auf der ersten Seite einbinden. Damit kann dann jeder seinen Monitor schon mal in der Helligkeit so einstellen, dass Schwarz, Weiss und alle Stufen dazwischen angezeigt werden. Mit dem Kontrast hast du völlig recht, da hilft aber auch so ein Grauverlauf. Wenn man an seinem Monitor die ersten Abstufungen nahe Schwarz oder Weiss nicht mehr sehen kann, dann sieht man auch auf Fotos nur noch Matsch. Ein Kumpel von mir hat oft bei Digiposter was vergrössern lassen und war am Anfang unzufrieden. Dann hat er sich den Spyder geholt und das hat viel gebracht. Ich hab einfach überlegt, wie viel Zeit ich umsonst in die Bearbeitung meiner Fotos reinsgesteckt habe und da viel mir die Entscheidung nicht mehr schwer:-)

  2. fwolf sagt:

    Die beste Wahl für einen Designer, egal ob Web oder Print, ist immer noch so ein schnicker hübscher Röhrenmonitor (EIZO), wie ich ihn daheim stehen hab. Vorteil: Keine Farbverfälschung.

    Weiterhin gibts natürlich noch so nette Kalibrierungstools für Photoshop + Co., damit man trotz verschiedener Monitore immer das gleiche Endergebnis erhält. ;)

    cu, w0lf.

  3. [...] zuvor erwähnt haben) das eigentliche Problem. Man versteckt sich hinter einer Maske und mit der Zeit “trägt” man diese Maske auf im RL…irgendwann fehlt einem dann diese [...]

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