Steuerberater sind arme Menschen?
Wenn ich mich hier mal im Kundenkreis umhöre, dann kommen die Klagelieder immer von unseren Anwälten und Steuerberatern! Die sind ja so arm und müssen um jeden Auftrag kämpfen, ja jeden Cent doppelt umdrehen und wenn ich sehe was ich dieses Jahr schon an Anwälte gezahlt hab wirds mir schlecht! Nun da wir aber ja nicht umsonst Data Travelers sind, dachte ich mir in meinem Leichtsinn wenn ich selber buche und dann am Ende nur jemand vom Fach den Abschluss macht, dann wäre es ja prima. Also suchte ich nach einem “Online Steuerberater” dem man nur die Daten schickt, dessen Software das dank Datev Kontenrahmen “frisst” und mir ne entsprechende Seite ausdruckt. Da hab ich jetzt nur mal ganz fiktiv berechnet, was die Abschlussgeschichte bei einer Einzelfirma, die 3001 EUR Umsatz hat und 1500 EUR Gewinn macht koste würde … ja nun halte man sich fest, ganze 486 EUR zzgl. Umsatzsteuer!
Jetzt möchte man betonen, dass diese fiktive Kleinunternehmung mit 1500 EUR Gewinn dann im Endeffekt 1/3 vom Gewinn dem Steuerberater schenkt. Ich kann es auch mal ganz krass ausdrücken, man geht 4 Monate arbeiten, damit der sch…. Steuerberater mal im Handumdrehen ein Blatt Papier ausdruckt.
Gleiches auch bei Anwälten, die schreiben Dir ein 4 Zeiler und bumms biste 80 EUR los. Nun frag ich mich echt, wer solche unfairen Vergütungsgesetze für Anwälte aufstellt. Und im Gegensatz zu anderen Gewerben haben IMO Anwälte und Steuerberater kaum Ausgaben, nur das was jede Firma als Grundsatz hat, Wasser, Strom und Miete und vielleicht mal ein paar Toner-Kasetten und Papier. Mal das Webhosting-Biz als Beispiel, da fallen noch Kosten für Server an, also die Anschaffungskosten, Housing, Monitoring, Domains und die ganzen Kleinigkeiten. Wenn ein Kunde ein Problem hat und er versteht was nicht schreibt man dem manchmal gerne 50 Zeilen und bekommt trotzdem nur zu allen Ausgaben hinzu seine 1,49 EUR pro Monat.

Tschuldigung, aber diese Diskussion vor allem von dem Kleinstunternehmer mit einem Gewinn von 1,5 T€ ist zum K.. Wer wählt denn bitte schön die Chaoten in Berlin, die uns das Leben immer schwerer machen ? Glaubt Ihr denn wirklich, dass es mit einem KNOPFDRUCK getan ist ? Macht doch Euren Steuerkram selbst, dann werdet Ihr richtig abgezockt. Bei qualitativ guter Beratung muss eben gezahlt werden. 80 % der Welt-Steuerliteratur sind aus Deutschland ! Wir lesen auch am sehr kurzen Wochenende, was für Euch gut oder nicht gut ist. Fühlt man sich besser, für ein deutsches Auto 400 % der Herstellungskosten zu bezahlen als eine effiziente Beratungsstunde mit 100 € ? Denkt nal nach….
Ich kann zum Thema Steuerberater und wirtschaftlichen Erfolg vielleicht soviel sagen: Wer da halbwegs tüchtig arbeitet, hat auch sein Einkomen – und das kann ja auch nur richtig sein.
Wenn ich aber die Einkommenssituation mit anderen selbständigen Marktteilnehmern vergleiche, kann ich nicht erkennen, dass Steuerberater übergebührend verdienen.
Ich möchte die Diskussion kurz auf Notare lenken: Die schreiben noch viel weniger und bekommen viel mehr. Letztens ist unsere Firma umgezogen und der Notar hat richtig Kohle dafür bekommen. Dann hat das Amtsgericht noch Geld bekommen, ich stand staunend vor den ganzen Rechnungen (die ich dann natürlich nach der Bezahlung erstmal dem Steuerberater gegeben habe).
Naja es ist wohl eine Folge von dem, dass alles teurer wird und an jeder Ecke gespart wird / werden muss. Und ob ich mein Auto selber reparieren würde? Sicherlich, ich habs doch Jahre nur so gemacht und es hat mir sogar Spaß gemacht. Allerdings überlasse ich das jetzt bei den vielen Unfällen als Opfer immer den Werkstätten, wegem dem Faktor Zeit.
Es gibt eine Buchhaltungssoftware, die mit Datev kompatibel ist. Meines Wissens wurde diese auch zunächst von einem Steuerberater entwickelt.
Selbst buchen scheint ja auch immer mehr zuzunehmen, aber mal ganz ehrlich, würden Sie Ihr Auto auch immer selbst reparieren?
Es gäb noch vielmehr zu sagen als hier anbei und es ist eine spannende Branche, die für die gesamte deutsche Wirtschaft eine supergeniale entscheidende Rolle spielen könnte…wenn ein bisschen mehr passieren würde…und dann müssten wir alle – inkl. StB – nicht mehr auf einem derart hohen Niveau jammern!
1. Die StBGebVO ist kein Gesetz an das man sich zu halten hat! Vielmehr ist sie ein “Geschenk” des Staates an die StB-Branche als Dank dafür, dass dieser die Steuern für ihn eintreibt. Also im Ursprung (nach dem Krieg) war es halt so, dass der Aufbau nur durch die Besteuerung von Arbeitsleistung möglich war – sonst gabs ja nix. Und der Staat war hilflos überfordert und hat so den StBlern ein Zertifikat zum Gelddrucken geschenkt!
Die StBGebVO ist vielmehr eine Richtlinie und eine “Erlaubnis”.
2. Es ist schon berechtigt, dass Leute mit viel Know-How auch die entsprechende Kohle bekommen – siehe Felix
3. Dass StB ein Drittel des Gewinns nimmt, kann ich mir nicht vorstellen – nicht mal beim Online-Rechner, denn diese Verordnung sieht auch vor, dass sich das Honorar nach Unternehmensgrösse (ja: Umsatz, Mitarbeiteranzahl etc) und nach Umfang der FiBu bzw. des JA richtet. Vielleicht ein StB der sich nicht an die GebVO hält
4. Stimmt schon: den meißten StBlern geht es sehr gut. Bei vielen ist jedoch oft mehr Schein als Sein und wenn man hinter die Fassade blickt, merkt man, was Sache ist.
Zum Beispiel: Manche haben ihr Honorar pauschaliert (auch das für den Jahresabschluss!!! – was prinzipiell eine gute Idee ist!!!) erstellen den JA selbst aber erst 1 Jahr später -> und was macht man, wenn man die Kohle schon im Sack hat? Genau…das ist im Grunde Betrug und ein Zeichen dafür, dass man den StB wechseln sollte….
MfG,
Steve
@ Dirk
Ich habe es hier schon mehrmals geschrieben, wer ehrliche Arbeit vollbringt, soll auch entsprechend bezahlt werden. Das alle Leute immer alles günstig haben wollen, dass nervt mich auch, aber leider lässt es die Gesamtlage wohl nicht anders zu, denn als Unternehmer hasse ich das Verhalten, als Privatmann gesehen, da gucke ich auch wo ich alles recht günstig bekomme. Unsere Politiker quatschen immer von dem Aufschwung und alles boomt, aber wir wissen glaube alle, dass es in den Taschen der Bürger so schlecht aussieht wie noch nie. Hier nehme ich jetzt mal Bezug auf die Statistik das wir momentan weniger Geld in der Tasche haben, als nach dem Fall der Mauer.
Und wie gesagt, mit meinem Beitrag habe ich mich nur empört über das Honorar was mir dieser Online-Rechner bei dem Steuerberater damals ausgegeben hat. Ich meine wieso sollte jemand nebenberuflich überhaupt noch was machen, wenn er bei 1500 EUR Gewinn 500 EUR an den Steuerberater zahlt und wie gesagt, hier ging es darum, dass der Steuerberater mit vorgegebenen Zahlen ein Formular ausfüllt, was für einen Profi wohl nicht mal 10 Minuten dauert.
Aber ich denke mal die Sache kann man einfach regeln, wer es sich nicht leisten kann oder will mit dem Steuerberater, der macht es eben einfach nicht. Ich wollt hier weder eine Berufsgruppe schlecht reden noch sonst was, ich fand es nur irgendwie lustig, dass die Leute aus dem Kundenkreis alle jammern wie schlecht es denen geht, aber wenn der Mann eine S-Klasse und die Frau eine E-Klasse fährt und die 2 Cabrios noch in der Garage stehen, dann find ich das einfach nur amüsant, wenn dann jemand rumheult wie schlecht es einem geht …
Naja aber wenn die Leute beim Stb anrufen und Tipps wollen, dass find ich dreist, ich kenne es aber selber wie es ist, die Leute haben kaputte Computer und wollen dann kostenlos per Telefon ne Anleitung wie man alles repariert.
Habe diesen Artikel gerade im Netz gefunden und muss auch einfach mal was dazu sagen:
Vorab – ich bin auch StB und habe mich vor 7 Monaten selbständig gemacht.
Auf dem Markt beobachtet man z.Zt. nur noch eines: Ich will alles aber nichts zahlen und wenn ich zahlen muss, dann muss es aber richtig, richtig billig sein. (nicht preiswert)
Derzeitiges Lieblingsthema ist die Einkommensteuer: “Der Steuerberater bekommt doch nur x% von der Erstattung, oder?”. Was mache ich denn bei einer Nachzahlung? Dem Mandanten Geld mitgeben? Wenn man sagt, das kostet bei einem relativ gut verdienendem Ehepaar (beide verdienen gut) ca 100-150 EUR Steuer – was teilweise noch sehr wenig ist, dann kommt oft “Sooooooo teuer?” Und was machen die meisten dann? Kaufen sich eine Programm für 50-70 EUR setzen sich stundenlang davor und verstehen nichts. Und dann haben die noch die Frechheit anzurufen, um am Telefon die Richtigkeit der eingegebenen Daten bestätigt zu bekommen und noch zusätzliche Sparmöglichkeiten genannt zu bekommen. Dass man NEIN sagt verstehen die dann auch nicht.
Andere Sache: Schon mal einen Antrag auf Elterngeld für ein völlig überfordertes Paar ausgefüllt? Da kann man schon mal eine Stunde dran verbringen, wenn die das volle Programm bieten. Aber wenn man dann dafür Geld haben will… traurig, aber war.
Zum Glück gibt es auch Ausnahmen. Mandanten, die die qualifizierte Arbeit eines StB zu schätzen Wissen und das auch gerne angemessen honorieren. Danke dafür.
Also wie gesagt, die Summe die da stand ist rein fiktiv gewesen die Kosten für den Steuerberater sind von einem Online-Rechner.
Worum es mir geht ist ganz einfach, dass ich es total unverhältnismäßig finde, wenn jemand nebenberuflich ein bissel was macht und dann 1/3 von seinem Gewinn der erwrtschaftet wurde an den Steuerberater abdrücken darf, sofern er ihn beauftragt.
Ich habe ja nichte gegen Steuerberater, im Gegensatz ich habe Respekt vor den Leuten was die alles für Gesetze und so wissen müssen. Nur die Gebührenverordnungen und so finde ich eben für solche Kleinunternehmer nicht wirklich tragbar. Dies ist dann auch schlecht für die Steuerberater, denn wenn jemand so eine hohe Summe sieht wird er erst garkeinen beauftragen.
Ich persönlich habe im letzten Jahr auch nicht schlecht geguckt als der Steuerberater eine 4-stellige Summe präsentiert hat. Meiner persönliche Meinung nach sollte man das mehr nach Gewinn und Umsatz abhängig machen.
Am Ende muss jeder selber wissen was er macht, aber ich persönlich glaube ja immernoch das jemand wer wie im Beispiel nur mit kleinen Summen zu tun hat besser wegkommt wenn er sich mit der Materie befasst und alles selber macht.
Sie dürfen mit Ihren 486,- € zzgl. USt noch ganz zufrieden sein. Ich möchte Ihnen auch erklären, wie solche Rechnungsbeträge zustande kommen, da ich vom Fach bin.
Ersteinmal: Ich stimme zu, was Herr Felix im 1. Kommentar geschriben hat. Der Steuerberater haftet im Übrigen auch für die von ihm erbrachte Leistung. Außerdem gibt es eine Gebührenordnung, an der sich JEDER Steuerberater zu halten hat.
Sie übermitteln also Ihre Daten per Internet, meistens sind diese DATEN jedoch nur zu 95% kompatiebel, weshalb in der Regel schon 1 Std. für die Einspielung der Daten benötigt wird. Dazu kommt noch die Ermittlung der Abschreibungen und des Anlagenspiegels, die Kontrolle der Buchungssätze, Buchen von nicht abziehbaren Betriebsausgaben, umfangreiche Beurteilung von KFZ im Betriebsvermögen sowie diverses Günstigervergleiche, welche der Mandant auf den ersten oder zweiten Blick gar nicht erkennt (z. Progressionsvergleich bei Anwendung 7g EStG, etc.). Im Anschluss dieser Arbeiten wird die Gewinnermittlung ausgedruck, Steuerberechnungen für die USt und die Gewerbesteuer, im Idealfall auch noch eine vorbereitete Anlage GSE sowie die “neue” EÜR erstellt, Anschreiben und Besprechungsunterlagen, Datensicherung, Abschlussbesprechung, etc… erstellt. Summasummarum:
8 Std. für die kleinsten Fälle
= 8 Std für den MItarbeiter zzgl.
1 Std. Kontrolle für den Steuerberater:
Kostenkalkulation: 50,- € x 8 Std. Mitarbeiter
80,- € x 1 Std. StB
Gesamt: 480,- € netto!
Sollten Sie das nicht glauben, so fragen Sie doch Ihren Steuerberater, wie die Gebührenrechnung zustande kommt. Evtl. legen Sie für das nächste Jahr dann den Gebührenrahmen im Vorfeld fest, allerdings ist dann eine vollumfängliche Beratung eher zweifelhaft.
Nunja, ein Anwalt schreibt nicht nur 80 Zeilen und kassiert 200 Euro. Er hat sehr lange studiert und trägt für das was er schreibt eine gewisse Verantwortung. Ein guter Technier verdient auch seine 180 Euro die Stunde. Das ist ja auch gerecht.